2.8.06
Artikel Schaffhauser Nachrichten

Ferienatmosphäre bei der Dressur

Mit dem neuen Dressurviereck wurde im Schweizersbild die Reitanlage perfekt ergänzt. Am Wochenende fand der erste Wettkampf statt. Auch Regen konnte die Stimmung nicht trüben.
Reiten Die Zuschauer genossen die angenehme Atmosphäre unter den Sonnenschirmen am Viereckrand, und die Konkurrenten wurden zu guten Leistungen angespornt. Zu sehen gab es die letzte Ausscheidungsprüfung, an der man sich noch für den OKV-Dressurfinal in Stammheim im September qualifizieren konnte. Viele Konkurrenten benutzten diese Gelegenheit, und die Stufe 1 (Reiter ohne Lizenz) musste trotz Ferienzeit gar in zwei Abteilungen durchgeführt werden.
Gute Leistung der Reitsportler
Die grosszügige neue Anlage des Reitvereins Schaffhausen inspirierte die Reiter zu guten Leistungen trotz der Hitze, und das neu erstellte Aussenviereck auf der Seite gegen die Schweizersbildstrasse wurde am Samstag mit einem zünftigen Platzregen auch im wahrsten Sinne des Wortes getauft. OK-Präsident Thomas Häsler sah sich gezwungen, einen halbstündigen Unterbruch zu verordnen, da auch die Richter in den Richterhäuschen gehörig nass geworden waren. In der Folge zeigte sich aber gleich, dass sowohl das Viereck als auch der neue Abreiteplatz ihren Ansprüchen vollauf gerecht werden. Die ganze Veranstaltung lief ansonsten wie am «Schnürchen».
Mit überdurchschnittlichen Noten im GA 01 fielen die jungen Schaffhauserinnen auf: Nicole Suter aus Dörflingen gewann in der 1. Abteilung auf Daily Love, und Nicole Götz aus Uhwiesen tat ihr dies in der zweiten Abteilung mit Insterfee gleich, wobei sie auch im GA 03 mit einem weiteren Sieg nachdoppelte. Auch in der Stufe 2 bei den Lizenzierten gab es im Programm GA 07 eine Siegerin aus der Region: Angela Pfister aus Löhningen mit Robinson Crusoe IX verwies Denise Hensch aus Grüningen auf Nitharda CH auf den Ehrenplatz. Letztere revanchierte sich mit einem Sieg im GA 09. Mit je zwei dritten Rängen und Pferden aus eigener Zucht konnte sich die Schlatterin Rebekka Sonderegger ebenfalls gut klassieren. (pd)
Schöne Anlage, gute Leistungen: Nicole Götz aus Uhwiesen auf Insterfee
   
         
  04.05.06 Artikel Schaffhauser Nachrichten
Schaffhauser Vereine dominieren
Reiten Viel überzeugende Leistungen wurden an den drei Tagen Springkonkurrenz Hüttwilen der Reitbahngesellschaft Seebachtal gezeigt. Rund 400 Pferde, Springreiterinnen und Springreiter waren in elf Prüfungen am Start, etwas weniger als ursprünglich gemeldet. Zurückgeführt wurde dies auf das schlechte Wetter am Freitag und Samstag mit tiefem Boden. Am Sonntag war der Boden bereits wieder optimal. Sportlich blieben die ganz grossen Überraschungen zwar aus, das heisst jedoch nicht, dass es nicht sehr spannend war. Es waren gute Felder am Start in den nationalen Kategorien RII/MI, RII/LZZ, RI, Freie Prüfung/CS und Equipenreiten. «Am besten besucht war am Samstag der Subaru-Cup für OKV-Vereine», so OK-Präsident Mathias Hebeisen (Nussbaumen). Der Subaru-Cup wurde vom Reitverein Schaffhausen mit Ernst Keller, Dörflingen, mit Edison du Baua; Hans Monhart, Schlatt, mit Turmalin III Ch; Sandra Luhr, Schlatt, mit Paris by Night; und Nina Keller, Dörflingen, mit Tobias van de Zelm gewonnen, auch der zweite Platz ging in den Kanton Schaffhausen zur RG Thayngen/RV Ramsen (mit Hans Lenhard, Thayngen, mit Jongleur de Safray; Gabriela Heller, Thayngen, mit Narcotique CH, Lorena Gutzwiller, Büsingen, mit Lambada XV III, und Désirée Schmid, Ramsen, mit Lapin Bleu). OK-Präsident Hebeisen zeigte sich zufrieden mit dem gezeigten Sport, den Besucherzahlen und dass alles unfallfrei ablief. OK-Vizepräsidentin Marion Wiesmann beschreibt, warum die Reiterfamilie gerne nach Hüttwilen kommt: «Hüttwilen ist ein guter Platz mit sehr vielen Naturhindernissen. Wir bieten aber immer Alternativen im Parcours an, ein weiterer Weg, damit niemand Angst haben muss wegen des Naturparcours. Viele sind Sandplätze gewohnt.» Ein erheiternder Gag war das Eselrennen am Sonntag. Ausgeloste Esel wurden OK-Mitgliedern zugeteilt, die einen Parcours zu laufen hatten und sich auch noch im Sackgumpen bewähren mussten. (kü)
   
         
  19.04.06 Artikel Schaffhauser Nachrichten
Erstmals mit M-Prüfungen und nun an drei Tagen wurden in der Reithalle Schweizersbild die Dressurprüfungen durchgeführt.
Von Thomas Häsler
Reiten - Dank dem Abreitzelt, welches den vorangegangenen Regenfällen standhielt, konnten die Organisatoren des Reitvereins Schaffhausen den Starterinnen und Startern über Ostern gute Rahmenbedingungen anbieten.
Die ehemalige Medaillengewinnerin und Heimweh-Schaffhauserin Marianne Fankhauser-Gossweiler (Hergiswil) offerierte in den L-Prüfungen einen Wanderpreis zu Ehren ihres Olympiapferdes Stephan, mit dem sie je eine Silber- und eine Bronzemedaille an den Olympischen Sommerspielen in Tokio 1964 und Mexiko 1968 gewann. Den erstmals ausgeschriebenen Preis sicherte sich mit einem Sieg in der Prüfung L 11 und einem 2. Platz im L 13 Patrizia Regius aus Oberbüren. Bei hauchdünnem Punktevorsprung schlug sie in der ersten Prüfung Corinne Rapold mit Arnheim und musste den Sieg im L 13 Ueli Liechti überlassen.
In der Kategorie M-Amateur-Cup klassierten sich Christa Bättig und Jolanda Zbären beide Male an vorderster Front. Beide Reiterinnen haben sich im Verlaufe der letzten zwei bis drei Jahre konsequent und mit Unterstützung erfahrener Fachkräfte nach oben gearbeitet. Ein Beweis dafür, dass man auch als Amateurreiterin mit gezielter Arbeit den Sprung vom GA- zu einem M-Sieg erreichen kann. In dieser Hinsicht ist die Einführung des VSCR-Amateur-Cups eine gute Sache, konnten doch wieder vermehrt Amateure motiviert werden, nachdem in früheren Jahren die M-Prüfungen fast ausschliesslich von Reitern und Pferden dominiert wurden, die beruflich in der Reitszene tätig sind.
Pfister beste Einheimische
Bei nicht ganz einheitlicher Richterarbeit gelang der Löhninger Veterinärin Angela Pfister mit Gaston am Donnerstag im M 21 das sportlich beste Ergebnis der einheimischen Reiterinnen. In den L-Prüfungen konnten sich Andrina Suter aus Dörflingen mit Diva sowie Rebekka Sonderegger (Schlatt bei Diessenhofen) mit Ira du Manoir als Einzige aus der Region klassieren.
In den L- und M-Prüfungen gingen in der Reithalle Schweizersbild gutePferde an den Start. In den beiden GA-Prüfungen (GA = Grundausbildungsprogramm) waren Brigitte Mettler aus Thayngen mit Etalon (3. und 4.  Rang), Rebekka Sonderegger, Schlatt, mit Weltina (zweimal 6. Rang) und Sabrina Wiehler mit Idylle (einmal 4. Rang) die erfolgreichsten Amazonen der Region. (Die Resultate finden Sie in unserer Rubrik Regionalsport von A bis Z.)
   
         
  12.04.06 Artikel Schaffhauser Nachrichten
Marianne Fankhauser-Gossweiler ist Stargast bei der Dressur in der Reithalle. Sie hat eine besondere Beziehung zu dem Ort.
Von Daniel F. Koch
Reitsport - Auf dem Grund, auf dem die neue Reithalle Schweizersbild in Schaffhausen steht, hat eine der grössten Sportkarrieren einer Schaffhauserin begonnen. Wenn am Wochenende erstmals in der neuen Heimstätte des Reitvereins Schaffhausen ein nationaler Dressurwettkampf durchgeführt wird, können sich die Besucher auf einen ganz besonderen Ehrengast freuen. Marianne Fankhauser-Gossweiler wird erstmals die neue Reithalle in Augenschein nehmen. Die in Hergiswil LU lebende Reitsportlierin ist im Schweizer Dressursport eine lebende Legende. Als junge Frau hat die bekennende Heimweh-Schaffhauserin neben anderen Erfolgen als Höhepunkt 1964 und 1968 auf ihrem Pferd Stephan zwei olympische Medaillen geholt.
«Dort, wo heute die Halle steht, habe ich während zehn Jahren fast täglich trainiert», erinnert sich Marianne Fankhauser-Gossweiler. Mit 14 Jahren entdeckte die Tochter des bekannten Schaffhauser Landwirts und Pferdehändlers Heinrich Gossweiler ihre Liebe zum Reitsport. «Zuerst wollte mein Vater, dass ich anständig reiten lerne», erzählt Marianne Fankhauser-Gossweiler. Bei Reitlehrern aus der Schweiz und aus Deutschland wurde die junge Marianne bestens ausgebildet. Und kam in dieser Phase mit der Dressur in Kontakt und startete ihre grosse Karriere. «Ich bin da halt so reingerutscht.» Das Reittalent aus Schaffhausen wurde immer besser. Die Erfolge wurden mehr, der sportliche Ehrgeiz wuchs. Mit 21 Jahren nahm Marianne Gossweiler erstmals an Olympischen Sommerspielen teil und holte sich mit ihren Kollegen Gustav Fischer und Henri Chammartin die Team-Silbermedaille 1964 in Tokio. Vier Jahre später konnte dieser überragende Erfolg wiederholt werden. In Mexiko City 1968 war es dann die Team-Bronzemedaille. Mit 27 Jahren stieg Marianne Gossweiler aus dem Spitzensport aus. Sie heiratete und widmete sich fortan der Familie. Der Reitsport trat in den Hindergrund. Dafür trat die Erziehung des Sohnes (heute 30) in den Vordergrund.
Der Kontakt zum Reitsport riss aber nie ab. Früh gab Marianne Fankhauser-Gossweiler Trainerstunden und Dressurkurse. Nach Jahrzehnten im Business hat sich die erfahrerne Reitersfrau trotz allem eine kritische Distanz bewahrt. «Unser Sport hat sich verändert. Die einst als <stiller Sport> geltende Dressur ist unter dem Einfluss des Fernsehens und der Verbände etwas zur Zirkusreiterei verkommen.» Anderseits war das durchaus belebend, wie Marianne Fankhauser-Gossweiler weiss. Denn die Zucht bringe heute Pferde hervor, die auf Grund ihrer Bewegung und ihres Temperamentes schon viel Talent für die Dressur mitbrächten. Das mache den Sport zwar leichter, habe aber den Nachteil, dass die Reiterinnen und Reiter oftmals ihre Grundausbildung vernachlässigten. «Ich vergleiche das immer mit einem begabten Kind, das die Eltern gleich in die fünfte Klasse stecken, um die schulische Grundausbildung zu umgehen. Man kann zwar mit Tricks die Ausbildung überbrücken und kompensieren. Irgendwann ist aber die fehlende Basisausbildung nicht mehr zu übertünchen.»
Reitsport als Charakterbildung
Ein Leben im Reitsport, und was ist hängen geblieben? «Neben unvergessenen Momenten sportlicher Erfolge hat das Reiten meinen Charakter gebildet. Selbstbeherrschung, Disziplin und Sichdurchbeissen haben mich geprägt. Dazu durfte ich sehr viele Freundschaften schliessen.» Marianne Fankhauser-Gossweiler hat sich zudem ein enormes Wissen über Pferde und im Leben angeeignet. «Ich habe gelernt Zusammenhänge zu beobachten und zu erkennen. Eine Stärke, die ich auch ausserhalb des Reitsports einsetzen kann.»
Die Reitszene in Schaffhausen ist der Olympia-Medaillengewinnerin bestens bekannt. Sie hat die Entwicklung auf dem Griesbach hautnah miterlebt, weil ihr Vater in den Sechzigerjahren des letzten Jahrtausends bei den Gründungsmitgliedern war. «Ich finde es toll, was auf dem Griesbach geschaffen wurde.» Ebenso toll findet sie, dass die neue Reithalle steht. Marianne Fankhauser-Gossweiler weiss, wie viel Arbeit hinter der Organisation eines Dressuranlasses steckt, darum hofft sie, dass es gelingt, den Zuschauern eine schöne Veranstaltung zu bieten. «Reiter und Zuschauer müssen zufrieden sein und einen guten Eindruck mit nach Hause nehmen. Dann haben sich sämtliche Anstrengungen gelohnt.» Und der Sportsgeist, den Marianne Gossweiler vor Jahrzehnten im Schweizersbild inspiriert hat, wäre wieder aufgelebt.
   
         
  04.04.06 Artikel Schaffhauser Nachrichten
Einheimischer Sieger
schweizersbild: Fahrturnier und Seniorenspringen
Der Reitverein Schaffhausen führte am Wochenende zwei Wettbewerbe durch.
Pferdesport - Der Samstag gehörte in der Reithalle Schweizersbild den Senioren-Springreitern, am Sonntag wurde mit den Gespannen gefahren. Rund die Hälfte der dreissig gestarteten Ein- oder Zweispänner kamen aus der Region Schaffhausen. Bei den Zweispännern blieb die Siegestrophäe in der Gegend: Ueli Wäckerlin aus Siblingen mit Caspar und Scholk sowie Walter Fleischli aus Oberhallau mit Mirabelle und Orlando zeigten, dass man auf ganz unterschiedliche Weise gewinnen kann. Die einen fahren elegant und mit Leichtigkeit im starken Trab oder leichtfüssigen Galopp über die Runde, andere hingegen preschen mit viel Kraft durch die Wendungen, sodass sich die Zuschauer schon fast bei altertümlichen Wagenrennen im Kollosseum in Rom wähnten.
Nicht nur interessanten Springsport, sondern auch ein gemütliches Beisammensein mit einem gemeinsamen Essen geniessen jeweils die Seniorenreiter an ihren Turnieren. In der Stufe 1 der Senioren-Konkurrenz dominierte einmal mehr Barbara von Grebel (Grüningen). In der Prüfung mit Stechen blieben zwölf Teilnehmer fehlerfrei und lieferten eine spannende Entscheidung, welche die Amazone deutlich für sich entschied. Auch auf der höheren Stufe 2 gab es einen Doppelsieg: Fritz Krähenbühl aus Elgg dominierte beide Prüfungen. (pd/Resultate folgen am Mittwoch im Regionalsport A-Z)